Der Ort Steeg allgemein

Ein Blick auf die Ortschaft Steeg. Das Bild wurde ca. 1980 aufgenommen und zeigt auf der linken Seite noch das ehemalige Sägewerk, welches heute als Technikmuseum in Freudenberg (Siegerland) steht. Foto: Hermann-Josef Schuh

Gemeindebezirk Steeg

Im Tal der Wisser, von Schmalenbach im Norden bis Hammer II. im Süden und von Obersolbach bzw. Flöte im Osten bis Sommerhof, der westlichsten Ansiedlung, liegt der Bezirk Steeg. Mitten hindurch fließt von Norden nach Süden der Wisserbach. In den Tälern der Seitenarme des Baches entstanden in den Jahrhunderten kleine Weiler und Einzelhöfe: Auf der linken Seite befinden sich das Solbachtal mit dem Gösinger Weiher sowie das Dernbachtal mit Bockenbaum und Stausberg, auf der rechten Seite das Beienbachtal mit dem Hauptort Steeg, welches bis nach Bettorf führt sowie das Tal, welches von Wasserhof nach Kappenstein führt. Die ältesten geschichtlichen Zeugnisse in diesem Gebiet sind die Reste einer wohl frühmittelalterlichen Burganlage, der „Höferburg“, sowie der Hollenstein, eine vermutliche „Fränkische Malstätte.“

Eine Verordnung des Landesherrn von 1798 legte den Bezirk zusammen: „Steeg, Bettorf, Kappenstein, Sommer, Helmert, Höfer Hof, Wasser Mühle, und die beyde Wasser Höfe, Hammer, Dernbach, Stausberg, Irlenbruch, zwey Bockenbäumer, und Gösingen.“ Untergegangene Höfe in dem Bezirk sind: Steinseifen, Brache, Oberwasser, Wassermühle und Helmertsmühle.

Wesentlich zur Erschließung des Tales beigetragen hat der Bau der Provinzialstraße (heute: L278) von Morsbach nach Wildbergerhütte im Jahr 1857. Auch eine Eisenbahn sollte durch das Tal fahren. 1912 wurde eine „Denkschrift über die Weiterführung der normalspurigen Nebenbahn Wissen – Morsbach zum Anschluss an die Strecke Rothemühle – Freudenberg“ erarbeitet. Der Erste Weltkrieg erstickte aber dieses Eisenbahnprojekt.

Die in den 1960er Jahren begonnene Industrieansiedlung prägt heute einen großen Teil des Talbildes. Besonders die Firma Alho (Albert Holschbach) hat sich in den letzten Jahren stark vergrößert und ist zum bedeutendsten Arbeitgeber der Region geworden.

Im Raum Steeg gab es eine Schule, eine Gaststätte und kleine Geschäfte zum Einkaufen. Weiterhin wurde Anfang der 1950er Jahre eine Marienkapelle zur Ehre Gottes erbaut. Die Schule und die Geschäfte sind verschwunden. Um die Dorfgemeinschaften und das Vereinsleben zu erhalten und zu fördern, wurde 1990 ein Bürgerhaus in der Mitte des Bezirkes direkt am Wisserbach errichtet.

 

Quelle:

Schuh Hermann-Josef

„Kein schöner Land…“ WILDENBURGER LAND

 

Das Dorf von der „Hennerichs Hardt“ aus gesehen, April 2005 / Foto: Hermann-Josef Schuh

Steeg

Wer aus dem Raum Freudenberg/Siegen auf dem kürzesten Weg Morsbach im Oberbergischen erreichen möchte, kommt über die L278 im Tal des Wisserbaches am zweitgrößten Ort der Gemeinde vorbei. Steeg liegt rechts der Wisser am unteren Ende des Beienbachtales. Entgegen den umliegenden Weilern und Höfen wird der Ort relativ spät urkundlich genannt. Die Herren von Wildenburg verliehen 1461 an Henchin von Steeg und andere den Hammer „zom Stehege“ mit Wassergang, Weg und Steg. Viele Anzeichen sprechen dafür, dass der Ort schon erheblich früher bestand. Aus einer ursprünglichen Einzelhofsiedlung und privatem Bauernbesitz konnte hier vermutlich durch Realerbteilung ein Dorf entstehen. Weil überwiegend die Höfe in der Hand des Landesherrn verblieben, der sie in Erb- oder Zeitpacht an die Bauern ausgab, wurde die Teilung der Höfe und damit die Zersplitterung des Besitzes anderenorts verhindert. Vermutlich nicht so in Steeg.

Bis zum Jahr 1892 überbrückte die Wisser auf dem Weg von der Landstraße zum Steegerhof nur ein Fußsteg, weshalb wohl der Ort den Namen Steg (Steeg) erhalten hat. Für die „fabelhafte Summe“ von 2200 Mark wurde damals eine Fahrbrücke gebaut.

1871 zählte das Dorf 17 Wohngebäude mit 106 Bewohnern und 1897 19 Häuser mit 112 Einwohnern. Auf Antrag der Bewohner wurde am 1. Aug. 1928 eine öffentliche Fernsprechstelle in Hammer eingerichtet. Am 20. Mai 1928 fand die Reichstagswahl statt. Früher mussten die Wähler nach Friesenhagen zur Wahl. Ab diesem Jahr bildete der Raum Steeg einen eigenen Wahlbezirk. In dem Wirtshaus Quast in Hammer wurde das Wahllokal eingerichtet. Damit auch Autos in den Ort Steeg hineinfahren konnten, wurde im Laufe des Sommers 1928 der Weg über die Wisserbrücke zur Hauptstraße entsprechend ausgebaut.

1961 zählte der Ort 89 Einwohner. Die Mehrheit der Einwohner sprach sich 1962 in einer Bürgerversammlung zwar für einen Bebauungsplan, aber gegen die Einrichtung einer zentralen Wasserversorgung aus. Im Rahmen einer Ortssanierung wurde 1972 der Beienbach reguliert, ein Entwässerungskanal gelegt und die Straße geteert. Jetzt war die Gefahr gebannt, dass Hochwasser die Dorfstraße überflutete und in die Häuser drang. Bisher hatten die Bewohner einen Damm aus Mist quer über die Straße aufgeschichtet und sich so vor dem Wasser geschützt.

Neben dem Hauptort Friesenhagen war Steeg immer einer der kulturellen Mittelpunkte der Gemeinde. 1869 gründeten junge Männer aus dem Dorf und der Umgebung einen Gesangverein und 1988 einen Bürgerverein. Beide prägen und fördern bis heute maßgeblich das Dorfleben und die Gemeinschaft. Mit dem 1990 errichteten Bürgerhaus haben die Vereine auch eine Versammlungs- und Begegnungsstätte erhalten, da 1971 die einzige Gaststätte in Hammer geschlossen wurde.

2002 standen 31 Wohnhäuser im Ort an der rechten Seite des Wisserbaches, in denen 107 Bewohner lebten. Vier Gewerbebetriebe haben sich in der Ortslage angesiedelt.

Bis in die sechziger Jahre betrieb jede Familie Landwirtschaft und hatte wenigstens eine Kuh. Dies hat sich völlig gewandelt. Ewald Hermann hielt bis zum Jahr 2004 noch vier Rinder. Er war der letzte Bauer im Hof mit Großvieh. 2005 erinnern fünf Ziegen, 15 Hühner und ein Hahn an die Zeiten, als die Landwirtschaft das Dorfleben prägte.

 

Quelle:

Schuh Hermann-Josef

„Kein schöner Land…“ WILDENBURGER LAND

 

Steeg,

Der zweitgrößte Ort der Gemeinde liegt rechts des Wisserbachs am Übergang des Beienbachtales ins Tal der Wisser. Die Herren von Wildenburg verliehen 1461 an Henchin von Steeg und andere den Hammer „zom Stehege“ mit Wassergang, Weg und Steg. Viele Anzeichen sprechen dafür, dass der Ort schon erheblich früher bestand. Aus einer ursprünglichen Einzelhofsiedlung und privatem Bauernbesitz konnte hier vermutlich durch Realerbteilung ein Dorf entstehen. Bis zum Jahr 1892 überbrückte die Wisser auf dem Weg von der Landstraße zum Steegerhof nur ein Fußsteg, weshalb wohl der Ort den Namen Steg (Steeg) erhalten hat.

 

Steegerhütte

Links der Wisser entstand gegenüber der Ortschaft Steeg, erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts der neue Ortsteil Steegerhütte. Wie der Name schon andeutet, fällt die Zeit der ersten Siedlung mit dem Bau der Eisenhütte zusammen. In einer Karte des Kreises von 1832 ist der Ort noch nicht aufgeführt. Graf Edmund von Hatzfeldt erteilte Johann Daniel Stein am 7.08.1834 die Erlaubnis, bei Steeg eine Stahlhütte mit einem Hochofen anzulegen. Sie erhielt den Namen „Danielshütte“ und wurde durch die Erben Stein bis 1856 betrieben. 1861 übernahm sie der frühere Direktor der Wissener Hütte mit Namen Groeber. Dieser stellte schon nach zweijährigem Betrieb die ganze Hütte außer Feuer, um sie nie wieder anzublasen. Ein Teil des Erzes kam mit Pferdewagen von der Grube „Vereinigung“ aus Katzwinkel nach Steeg. 1864 wurde mit dem Bau einer Pferdeeisenbahn von Katzwinkel durch das Bröltal zur „Alten Hütte“ nach Wissen begonnen. Dies und der Bau der Siegtaleisenbahn werden das Aus für die Hütte in Steeg bedeutet haben.

Das älteste Gebäude in Steegerhütte ist sicher das Forsthaus. Eine Volkszählung am 1.12.1871 ergab zwei Wohngebäude mit 18 Bewohnern. Das Gemeindelexikon von 1897 führt ein Haus mit neun sowie eine Schule mit zwei Einwohnern auf.

An der Straße nach Bockenbaum wurde in den fünfziger Jahren mit dem Bau von vier Siedlungshäusern begonnen. 56 Einwohner zählte der Ort 1961. Die Firma Penny errichtete 1970 eine Halle für die Fertigung von Parkbänken und Abfallbehältern, und die Firma Gebr. Quast erweiterte 1972 ihr Sägewerk in Bockenbaum mit dem Bau einer Halle bis an die Siedlungshäuser.

Nach 85 Jahren Verkauf von Kolonialwaren bzw. Lebensmitteln (ab 1958 im neuen Laden) wurde das Geschäft 1994 geschlossen.

Der Steeger Ortsteil ist in den vergangenen Jahren weiter gewachsen. In der „Siedlung“ stieg die Zahl der Wohnhäuser auf Zehn, die Schule wurde zu einem Mietshaus ausgebaut, und mit dem „Neuen Haus“ sowie dem alten und neuen Forsthaus standen 2002 16 Häuser in Steegerhütte mit insgesamt 59 Bewohnern.

 

Quelle:

Schuh Hermann-Josef

„Kein schöner Land…“ WILDENBURGER LAND