Ausflug des MGV "Liederkranz" Steeg am 12.09.2015 an die Ahr

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Der MGV aus Steeg mit ihren Frauen und einer Fangruppe bei der Ankunft in Ahrweiler / Foto: Hermann-Josef Schuh

Lange hatte man von den Sängern des MGV „Liederkranz“ aus Steeg nichts mehr gehört. In der Tageszeitung war von Ruhestand die Rede. Im Sommer des vergangenen Jahres gratulierte der Chor dem Musikverein im Klostergarten in Friesenhagen zum Jubiläum. Dies war das bisher letzte öffentliche Gastspiel.

 

Am vergangenen Wochenende wurden die Sänger aus ihrem Rentnerleben geweckt. Vorsitzender Hans Koch hatte zum traditionellen Jahresausflug geladen und fast alle waren dabei. Der Stimmenausgleich passte, nur der Chorleiter durfte leider nicht mit. Er wartete zuhause auf Nachwuchs. Ein Busfahrer aus dem Siegerland, bekannt unter dem Namen „Zartes Rehlein“, brachte die Sänger mit ihren Frauen und eine Fangruppe, insgesamt 30 Personen, an die Ahr.

 

In Altenahr war der erste „Tankstopp“. Um Kondition für die nächsten anstrengenden Auftritte zu sammeln, hatte sich die Frau des Vorsitzenden etwas Besonderes ausgedacht. Die Sänger mussten sich über den Rotweinwanderweg zu Fuß nach Mayschoß schleppen. Nur wer einmal bei der Weinlese im Ahrtal geholfen hat, kann ermessen was das für Einige bedeutete. Der Protest: „Wir sind doch keine Bergziegen“ half nicht. Alle mussten mit. Nur sie selbst bestellte sich ein Glas Halbtrockenen und ließ sich später zum Ziel kutschieren.

 

Einer nach dem Anderen trudelte dann im Laufe des Nachmittags in dem kleinen Weinort ein. Bis zur Weiterfahrt konnten nur noch die wunden Füße versorgt werden. Das Ziel der Reise war ein Weinfest in Ahrweiler. Auf dem Marktplatz um die Kirche waren Weinstände aufgebaut und es spielten Rockbands zum Tanz. Einige der Sänger wollten „Atemlos, durch die Nacht…“. Ihnen passten die Musikvorträge der Bands nicht. Sie flohen in die umliegenden Gasthäuser. Als Grund nannten sie später, dass sie sich keinen Sonnenbrand holen wollten.

 

Kurz vor Mitternacht ging es wieder Richtung Heimat. Auf der Rückreise unterhielt die Frau des Altvorsitzenden die Gäste mit Anekdoten aus dem Freistaat Bettorf, natürlich alles in lupenreinem Wöllmerscher Platt. Für die australischen Gäste wurde alles ins Hochdeutsch übersetzt. Nur bei dem Wort „bröötschich“ konnte niemand helfen. Das zwei der Reisenden den Bus verpassten und mit dem Taxi nach Hause gefahren sind, sollte sich als Gerücht herausstellen.

 

Hermann-Josef Schuh