Rhein - Zeitung 30. Oktober 2001

Der Gesang vertrieb die Herbststimmung

Konzert des MGV "Liederkranz" Steeg in der Mehrzweckhalle Friesenhagen

Froher Gesang vertrieb die trübe Herbststimmung - der MGV "Liederkranz" Steeg (Chorleiter: Johannes Klein) präsentierte in der Mehrzweckhalle in Friesenhagen ein farbenfrohes Herbstkonzert mit vielen bekannten, volkstümlichen Liedern.

Der MGV "Liederkranz" Steeg beim Herbstkonzert 2001 in der Mehrzweckhalle Friesenhagen

Sie vertrieben mit ihren Liedern die düstere Herbststimmung aus den Herzen der Menschen: der MGV "Liederkranz" Steeg (Bild) und die Gastvereine beim Herbstkonzert in der Mehrzweckhalle in Friesenhagen. Foto: Oliver J. Krissel

 Von Oliver J. Krissel

FRIESENHAGEN. Vorsitzender Dirk Reuber begrüßte in den Reihen der Konzertbesucher Ortsbürgermeister Hermann Mockenhaupt und Pastor Georg Stricker. Gastvereine in Friesenhagen waren der Kirchenchor "Cäcilia" Harbach-Hinhausen (Leiter: Thomas Maiworm) und das Parforcehorncorps Morsbach- Mühlenthal (Leiter: Bruno Neuber).

Im herbstlichem Gewande, bunt geschmückt, zeigte sich die Bühnendekoration in der Mehrzweckhalle, die von den Frauen des MGV mit Sorgfalt und Umsicht für das Konzert gestaltet wurde.

In vielfacher Weise erschlossen die Sänger und Sängerinnen sowie die Solisten den Besuchern religiöse und romantische Empfindungen der menschlichen Seele. Ob nun "Mondnacht" von Josef von Eichendorff, "Jerusalem" (Adams/Ihlau) - in Anspielung auf das himmlische Jerusalem aus der Offenbarung - "Wo warst Du?" (nach einem biblischen Motiv) von Winfried Siegler-Legel oder "Amazing Grace" (G. Onnen): In den Gesangsstücken war pulsierendes Leben zu spüren, die Lieder wurden frisch und lebendig vorgetragen.

Auch das US-Volkslied "Shenandoah" (Karl Josef Müller) hatte in der Text- und Tonfolge eine große Aussagekraft und mit dem Thema "Abschied nehmen" viele Herzen in seinen Bann gezogen. Mit "All Night, All Day" (Kunibert Koel) zeigte der MGV, dass Spirituals zu seinem Repertoire gehören ebenso wie die volkstümlichen Stücke - etwa "In der Fremde" (R. Kühn), "Wolga" (Siegler-Legel) und "Kein schöner Land" (M. Schmoll).

Den bevorstehenden grauen Novembertagen trotzte der Kirchenchor schon im voraus mit einer "launigen" Forelle. In Anlehnung an Schuberts Lied "Die Forelle" boten die Sängerinnen und Sänger eine musikalische Besonderheit. Sechs Variationen wurden geboten: Zuerst in der Weise Mozarts "Die kleine Nacht-Forelle", dann in symphonischem Ernst a la Beethoven; es folgte die Wolga-Forelle nach russischer Tonart und die Forella Italia - den Schlusspunkt setzte schließlich die "lisztige" Forelle, vermischt mit heißblütigem ungarischen Temperament.

Eine weitere musikalische Attraktion boten die Hornbläser. Angefangen von "Konzertante Jagdmusik" (Oskar Weber) und dem "Aufzug der Kavalkade" (Rossini) über den Jägerchor aus der weltbekannten Oper "Der Freischütz" (Carl Maria von Weber), die "Ode an die Freude" (Beethoven) und "Auf zum fröhlichen Jagen" (F. Silcher) bildeten sie den Kontrast zu den Gesangsvorträgen.

Die Moderation hatte Ulrich Breimhorst. Das Publikum applaudierte begeisterte und war voll des Lobes.