Willkommen in Friesenhagen-Steeg
Willkommen in Friesenhagen-Steeg

Infos zur Maria-Königin-Kirche (Marienkapelle) in Steeg

Die Seitenansicht der Maria-Königin-Kirche in Steeg, Ostern 2003 / Foto: Hermann-Josef Schuh

„Heilige Maria – Königin des Friedens“

Eine Kirche für das Dorf.

 

Ein Dorf braucht eine Kirche, ohne sie fehlt der geistige Mittelpunkt, der sich in diesem Bauwerk sichtbar ausprägt und damit Orientierung gibt. Dieser Mittelpunkt, die Pfarrkirche, stand und steht heute noch in Friesenhagen. Als Ausdruck tiefer Volksfrömmigkeit wurden in den vergangenen Jahrhunderten kleine Kapellen oft nach Not und Leid zum Dank und zur Ehre Gottes im Wildenburger Land errichtet. Jüngste dieser Kapellen und erst nach dem Krieg erbaut ist die Marienkapelle in Steeg. Sie sollte für die Bewohner aus den Schulbezirken Steeg und Neuhöhe ein Ort der Andacht und der Begegnung werden. Der Weg zur Pfarrkirche von den weit entfernt liegenden Einzelhöfen und kleinen Weilern war besonders für ältere Leute doch recht beschwerlich. 

Blick von der Landstraße in den 1960er Jahren / Fotoarchiv: Hermann-Josef Schuh

Nach dem Krieg stellte die Schule in Steeg einen Klassenraum zur Verfügung, in dem Kaplan Müller am 22. April 1946 den ersten Gottesdienst feierte. Für den Schulunterricht musste die Klasse jeweils wieder ausgeräumt werden, da in dem zweiten Klassenraum Bücher und Akten aus dem Kölner Domarchiv lagerten. Nachdem diese abgeholt waren, konnte der Raum für die Messfeier eingerichtet werden. Aber auch das konnte kein Dauerzustand sein, da der Schulsaal von etwa 50 qm viel zu klein war. Die Beteiligung betrug im Durchschnitt 200 Personen. Auch war jederzeit damit zu rechnen, dass die Schulbehörde den Raum selbst beanspruchte. Schon im Januar 1946 schrieb Josef Schuh im Auftrag der Bewohner aus dem Raum Steeg an den Kirchenvorstand in Friesenhagen mit der Bitte um Unterstützung beim Bau einer Kapelle. „ ......damit das religiöse Leben nach der schweren Zeit des nationalsozialistischen Zusammenbruchs wieder blüht und gedeiht.“

Eine Festmesse zum Jubiläum der Marienkapelle im Jahr 2005. Foto: Hermann-Josef Schuh

Am 15.2.1948 wurde ein Ausschuss  gewählt, der die Vorarbeiten mit den zuständigen kirchlichen Behörden erledigen sollte. Mit großen Sammelaktionen und Spendenaufrufen wurde versucht, die Finanzierung zu sichern. Die Währungsreform am 20.6.1948 zwang aber zu einem Neubeginn. Im August 1948 erfolgte die Gründungsversammlung des Kapellenbauvereins Steeg und Neuhöhe. Ein Vorstand wurde gewählt, die Mitgliederbeiträge festgelegt und zwei Vorschläge für geeignete Bauplätze in Augenschein genommen. Erstens: Eingang Steeg  am Bosenberg, zweitens: Steegerhütte. 72 Mitglieder traten dem neuen Verein bei. 

1953 – Grundsteinlegung mit Pfarrer Hilbert u. Kaplan Sahler. / Fotoarchiv: Hermann-Josef Schuh

Der Kirchenvorstand beschloss am 29. Juni 1952 den Bau einer Kapelle. Herr Reinsch aus Niedersolbach wurde gebeten, einen Entwurf anzufertigen. Als Anregung oder Richtung sollte die Kirche in Öttershagen bei Wissen dienen. Nach einer Besichtigung des Grundstücks durch den Diözesanbaumeister des Erzbistums Köln, Schlombs, erstellte dieser einen neuen Entwurf. Der Landschaft entsprechend wurde das Baumaterial ausgewählt und die Bauform der landschafts­typischen Form angepasst. Das gesamte Gebäude war in sichtbarem Bruchsteinmauerwerk, der Eingangsgiebel als Holzfachwerk und das Dach in Schiefer vorgesehen. Die Kirche gliederte sich in Schiff, Chorraum mit Unterrichtsraum, Seitenschiff und Taufstein. Der Innenraum wurde in schlichter und würdiger Weise ausgebaut. Der Dachstuhl sollte offenbleiben und der Boden mit Naturstein belegt werden. Der Baukörper 20,10 x 18,75 (17,40) m wurde geostet und das Gelände so planiert, dass vor dem Eingang ein Vorplatz entstand. 

Die Marienkapelle Juli 2017 / Foto: Hermann-Josef Schuh

Im Juli 1953 erteilte das Landratsamt in Altenkirchen die Genehmigung zum Beginn der Arbeiten. Mit Hacke, Schaufel und Schubkarre begannen  die Bewohner aus dem Raum Steeg mit der Ausschachtung. Nur eine luftbereifte Schubkarre stand zur Verfügung. Gleichzeitig wurde der Firma Gebr. Hammer aus Morsbach der Auftrag für die Beton- und Maurerarbeiten erteilt. Die Firma Wittershagen aus Lichtenberg erhielt die Zimmerarbeiten in Auftrag. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung erfolgte am 4. Oktober die feierliche Grundsteinlegung. In einem Umzug wurde der Stein durch den Ort gefahren und von Maurermeister Johann Hammer zusammen mit einer Pergamentrolle eingemauert. 

Kirchenführer: Heilige Maria – Königin des Friedens. / Schuh, Hermann-Josef Morsbach 2005

Schon am 23.11.1953 konnte Richtfest gefeiert werden. Nach dem Innenausbau im Laufe des Jahres 1955 konnte dann endlich am 8.12.1955 die erste hl. Messe gefeiert werden. Die zunächst nur benedizierte Marienkapelle wurde am 25. und 26.10.1958 durch den Kölner Weihbischof Ferche konsekriert. In seiner Predigt anerkannte der Bischof vor allem den Opfersinn der Gläubigen, der den Kirchenbau überhaupt erst ermöglichte. Im Altar wurden Reliquien des hl. Gereon und der hl. Ursula eingemauert. Klara Reuber übernahm den Küsterdienst, und Pius Böhmer wurde erster Glöckner. Die Kirche entstand allein zur Ehre Gottes, und dieser Bericht soll noch im nachhinein ein Loblied auf die vielen Helfer und Förderer sein, die ihre Kirche nicht als Museum, sondern als lebendiges Symbol ihres Glaubens verstanden und verstehen.

 

Quelle:

Schuh, Hermann-Josef

Heute gehört die Maria-Königin-Kirche zu folgendem Seelsorgebereich:

 

Morsbach-Friesenhagen-Wildbergerhütte, kurz genannt mfw.

 

Und hier geht es zur offiziellen Internetseite der Pfarreiengemeinschaft:

 

https://www.katholisch-mfw.de/